Kirchenrenovierung



Die St. Anna-Kirche

Die katholische St. Anna-Kirche, eine "Filiale" der Pfarrkirche von Zimmerbach, ist eigentlich nur eine Kapelle. Kaum eine Kirche dieser Gegend bietet aber ein so malerisches, heimeliges und urländisches Bild, wie die des kleines Dörfleins Tanau. Etwas erhöht, von den Mauern eines einst wehrhaften Friedhofs umgeben, steht das Kirchlein wie eine Mutter inmitten der Häuser und Gehöfte des gartenumschlossenen, traulichen Weilers.

Seit der Erbauung im Mittelalter hat diese Kirche Ihre Form und Ausgestaltung erhalten. Sie ist alljährlich zum 26. Juli das Ziel vieler Wallfahrer, vor allem wegen dem Bildnis der Anna Selbdritt und einer kunstgeschichtlich wertvollen Pieta eines unbekannten Meisters aus dem 15. Jahrhundert.



Der Bau der Kirche lässt sich zurück verfolgen bis ins 12. Jahrhundert. Sie zählt zu den so genannten Turm- oder Chorkirchen. Der Turm wurde zuerst gebaut und diente ursprünglich als Wehrturm. Das Schiff vervollständigt das romanische Bauwerk, wurde aber erst viel später gebaut. Ebenso erfolgte im Lauf der Jahrhunderte eine dreimalige Erweiterung. Die gotischen Wandmalerein stammen aus dem Jahr 1425. Sie stellen das Leben Jesu dar. Leider unterbrochen durch Öffnungen, die später angebracht wurden. Bei der Renovierung Anfang der fünfziger Jahre wurden die Wandmalereien erstmals entdeckt und bei der letzten Renovation 1973 noch besser freigelegt. Sie waren 9 mal überstrichen.

Der einfache Bildaltar des frühen Barock, zeigt Mariä Heimsuchung, welcher auch die Kirche geweiht ist. Der linke Seitenaltar zeigt den Hl. Sebastian und der rechte St. Vitus. Das Gnadenbild Anna Selbdritt stammt aus der Barockzeit. Das wertvolle, geschnitzte Vesperbild rechts ist spätgotisch, etwa um 1420. Die Bilder der Kanzel zeigen die Evangelisten und die Kirchenlehrer. An der Empore sind die 12 Apostel abgebildet. Vom alten Chorgestühl sind noch die kunstvoll geschnitzten Wangen erhalten.

Im August 1983 mussten die Altarsteine neu ausgefugt werden. Gipsermeister Waibel aus Täferrot bemerkte einen lockeren Stein. Dahinter befand sich eine Weiheurkunde aus dem Jahr 1415, die noch sehr gut erhalten war und von Dr. Herrmann, Stadtarchivar in Schwäbisch Gmünd übersetzt wurde.



Romanik oder Gotik

In älteren Kunsthandbüchern ist meist von einer Marienkapelle ("-kirche") die Rede, die als ein Sandsteinbau des 15. Jahrhunderts bezeichnet wird, nahe verwandt der alten (ev.) Kirche in Spraitbach. Tatsächlich scheint in Spraitbach die Ur- oder Mutterkirche, typischerweise eine Michaeliskirche, gestanden zu haben, von der aus die Christianisierung der Landstriche nördlich der Lein erfolgte. So wurden die Kirchen in Tanau und Zimmerbach von Spraitbach aus gegründet, wobei die 1851 durch Gottlieb Wilhelm Wepfer ersetzte Zimmerbacher Kirche romanisch war und in mehrfacher Weise, auch von ihrer Bauplastik her, an die Gmünder Johanniskirche erinnert haben soll. In der Beschreibung des Oberamts Gmünd von 1870 werden Schiff und Turm der Tanauer Kirche als aus romanischer Zeit stammend bezeichnet. Betont wird allgemein die altertümliche gedrungene Bauweise von Schiff und Turmchor. Das Schiff umläuft ein einfacher Sockel. Auch verraten zwei Rundbogenfensterchen unter dem Basissims des allein betonten Giebeldreiecks der Westseite die romanische Bauart; dazu kommt in der Mitte eine einfache Spitzbogenpforte.

Aufwändiger ist das Portal der Südseite mit Rundstäben und Hohlkehlung. Vermutlich entstand es um 1515 - vergleiche die Signatur am gemauerten Altar im Chor. Auch die zwei Spitzbogenfenster, deren Füllung fehlt, scheinen erst in der Spätgotik in die massiven Mauern gebrochen worden zu sein, ebenso jenes der Nordseite. Der Chor, an dessen Südseite die Sakristei angebaut ist, erhielt später ein besonders großes Lichtfenster; er besitzt an der Ostseite ein dreiteiliges, leicht gewölbtes Fenster.

Das Kirchenschiff hat ein Satteldach; der gedrungene quadratische Chorturm, der oben einzelne viereckige Lichtscharten aufweist, wird von einem eingeknickten Turmhelm mit Ziegeldeckung überhöht.



Freskenschmuck

Bei einer Renovierung in den fünfziger Jahren unseres Jahrhunderts wurde die Ausmalung des Turmchores mit Mimen aus dem Leben und Leiden Christi in vollem Umfang aufgedeckt. Die Existenz dieser Wandmalereien ist wahrscheinlich der am 14. September 1425 urkundlich genannten Neufundation und Dotation der Kirche zu verdanken: Das Kloster Gotteszell stiftete damals eine ewige Pfründe, nachdem es bereits 1360 das Patronat an der Kapelle von Tanau mit den Kirchsätzen von Widemhöfen zu Zimmerbach von Heinrich von Hohenrechberg zu Heuchlingen erworben hatte.

Als Gotteszell das Patronat erlangte, ließ es die Pfarrkirche in Spraitbach einige Zeit durch die Zimmerbacher Pfarrer verwalten und schließlich beide Kirchen sowie Tanau inkorporieren. Auf diese Weise flossen die Pfarreinkünfte dem Kloster zu, das die Pfarreien durch geringbezahlte Pfarrvikare verwalten ließ. Die Reichsstadt Gmünd vermochte trotz des Widerstands von Gotteszell die Schutzherrschaft über dieses Kloster ebenso wie über die anderen Gmünder Klöster und Spitäler zu erlangen und dadurch mit der gerichtsherrlichen die landesherrliche Gewalt über große Gebiete nördlich der Rems zu erreichen.

Die wertvollen Tanauer Fresken wurden 1971/72 durch Restaurator Willy Eckert aus Bad Mergentheim großzügig renoviert. Das Ergebnis befriedigt nicht jedermann . Sicher einst gedacht als Armenbibel, d.h. gemalt für die des Lesens unkundige Bevölkerung, hat der heutige Betrachter Schwierigkeiten, den Bilderzyklus völlig zu identifizieren.



Die Themen

Die Tanauer Fresken sind in drei Streifen angeordnet, und zwar z.B. an der Nordwand oben vier, in der Mitte drei und unten wiederum vier Einzelbilder. Der obere Bildstreifen zeigt von links die Verkündigung, die Begegnung der heiligen Frauen (Heimsuchung), vermutlich die Geburt und die Anbetung. Anschließend sind an der Ostwand der bethlehemitische Kindermord, die Flucht nach Ägypten, die Beschneidung und die Darbietung im Tempel dargestellt. An der Südwand ist der Bilderzyklus durch ein großes Fenster zerstört, wo vermutlich einige Wunder zu sehen waren.

Der Mittelstreifen mit den größeren, recht gut erhaltenen Fresken an der Nordwand zeigt Jesu Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl (s.u.) sowie Christus am Ölberg mit den drei schlafenden Jüngern, indes von hinten die Häscher bedrohlich herantreten.

An der Ostwand folgt die Gefangennahme (Judaskuß, Soldaten, Petrus mit erhobenem Schwert vor Malchus). Rechts des Ostfensters sieht man Christus mit unkenntlichem Gesicht vor Pilatus; rechts des Südfensters erkennt man die Geißelung. Im dritten Bildstreifen erscheint Christus als Kreuzträger, gefolgt von Maria und begleitet von Soldaten. Schlecht erhalten bzw. durch eine spätgotische Sakramentsnische zerstört, sind die folgenden Szenen, wo Christus unterm Kreuz stürzt - entweder hilft dem Erschöpften Simon von Cyrene oder Veronika erkennt Christi Antlitz auf dem Schweißtuch -, die Golgathaszene (Kreuzigung) und die Kreuzabnahme (mit einem schönen Madonnenantlitz). Gut erhalten ist die Grablegung (Beweinung) links im Gegensatz zur Auferstehung rechts des Ostfensters. Im Scheitelbogen dieses dreiteiligen Fensters ist das Osterlamm als Symbol der Auferstehung, seitlich stehen die hl. Barbara und Katharina(?). Rechts des Südfensters schließlich sieht man den Auferstandenen im Garten vor Maria Magdalena (Noli me tangere).

Wohl eines der auffälligsten Wandgemälde ist das bedeutungsvoll gestaltete Abendmahl. Um eine langgestreckte rechteckige Tafel sitzen Christus und die Jünger. Christus nimmt den Platz in der Mitte hinter dem Tisch ein, ihm zur Seite je drei Jünger. An der Brust des Herrn ruht Johannes, dessen Haupt Jesus stützt. Gegenüber sitzen, ebenfalls in Dreiergruppen zusammengefaßt, die übrigen Jünger. Einer von diesen hebt einen Becher, unbeeindruckt von der Tragik des Augenblicks, da Christus auf den Verat hinweist. Er trägt als einziger keinen Heiligenschein. Ob es sich bei ihm um den Judas handelt?



Andachts-Bildwerke

In den früheren Beschreibungen der Tanauer Marienkirche wird lediglich auf die einst vor dem Hauptaltar befindliche Pieta hingewiesen, so z.B. in einem Kunsthandbuch von 1907: "Am Choraltar das Gnadenbild, eine hochgotische Pieta in Holz, Fassung übermalt." Georg Stütz gar vermutet in einer Beschreibung des "Marienkirchleins zu Tanau" (1918), daß das Gnadenbild der Wallfahrtskirche erheblich älter sei als der jetzige Bau, den er ins 15. Jahrhundert datiert.

Die Tanauer Pieta dokumentiert eine höchst charakteristische Schnitzerei im schwäbisch-fränkischem Grenzraum.



Allerdings wird in einem postwendenden Folgeartikel u. a. darauf hingewiesen, daß die Tanauer Kirche seit Menschengedenken "das Ziel frommer Wallfahrer zu Ehren der heiligen Mutter Anna" so wie das alljährliche Annafest beweise, das unter zahlreichem Zudrang von nah und fern begangen werde. Das Kirchlein beherberge auch ein Anna Selbdrittbild auf dem linken Seitenaltar.

Nicht sehr bedeutsam für unseren Raum ist das Gnadenbild einer Anna Selbdritt. Die hl. Anna war die Mutter Mariens und wird seit dem späteren Mittelalter verehrt. Es entstanden Figurengruppen, welche die Mutter Anna, ihre Tochter Maria und den kleinen Knaben vereinigten. Hierbei wird Anna meist als vornehme Dame dargestellt, die mädchenhafte Maria auf dem einen, das Jesuskind auf dem anderen Arm. In Tanau schmücken Strahlenkränze die Häupter der drei, etwas sorgenvoll blickt Mutter Anna, im Gebet verharrt Maria, jedoch recht lebhaft wirkt der Jesusknabe, der den Weltapfel hält.

Beide Holzbildwerke sind sehr gute Schnitzarbeiten unbekannter Meister, geschaffen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhundert. Die Andachts-Bildwerke befinden sich heute vor dem rechten und linken Seitenaltar. Solche Andachtsbilder entstanden seit dem frühen 14. Jahrhundert im Zuge der Verinnerlichung durch Gestik vornehmlich im deutschen Kulturraum.



Das Hauptaltarbild

Betrachten wir nun das Gemälde des Hauptaltars, das die Heimsuchung zeigt. Nach der Verkündigung der Geburt des Gottessohnes reiste Maria zu ihrer Verwandten Elisabeth, der Frau des Zacharias. Diese, obwohl viel älter als Maria, stand ebenfalls vor der Niederkunft. Zacharias, selbst Priester, war beim Rauchopfer im Tempel gleichfalls vom Erzengel Gabriel die Geburt eines Sohnes verkündet worden, was dieser ungläubig aufnahm, indem er auf sein und seiner Frau hohes Alter hinwies; er wurde mit Stummheit bestraft, bis beide anläßlich der Geburt ihres Sohnes, einer Eingebung folgend, diesem den Namen Johannes gaben. Als Johannes der Täufer wurde ihr Sohn zum wichtigsten Wegbereiter Jesu.

Das Tanauer Bild zeigt die Begegnung der beiden Frauen vor einer interessanten Tempelarchitektur. Die innige Umarmung und das Gespräch beobachten Joseph und Zacharias sowie weitere Frauen. Hervorgehoben ist die mittlere Dreiergruppe, über welcher der Heilige Geist erscheint, das Wunder der Geburt und damit bedeutende Ereignisse ankündigend.



Barocke Ausstattung

Betritt man die Tanauer Kirche, so beeindruckt durchaus der gotische Triumphbogen, der das flachgedeckte Kirchenschiff vom ebenfalls mit einer getäfelten Flachdecke versehenen Chor mit seinen Wandfresken scheidet. Jedoch überwiegt im Innern der barocke Gesamteindruck. Hierzu tragen ganz wesentlich die drei Altäre, die Kanzel mit Treppenaufgang und Schalldeckel, ferner die Westempore mit ihren Bildtafeln bei. Beeindruckend ist auch der blutüberströmte Christus am Kreuz an der Südwand des Schiffes gegenüber der Kanzel, wo ein Engel in einem goldenen Kelch den Blutstrahl aus der Seitenwunde auffängt. Früher befand sich das Kreuz mit Christus unübersehbar unter dem Chorbogen.



Die drei Barockaltäre galten lange als unbedeutend und zudem als verdorben. Heute will sie niemand missen, obgleich es sicher wichtigere Altäre auch in unserer Gegend gibt. Sie sind ziemlich einheitlich gestaltet: Triumphaltäre, deren große Gemälde den Blick in die Tiefe öffnen, seitlich je gewundene Säulen mit Engelsköpfen an den Basen und über den Kompositkapitellen, geschweifte Auszüge mit vasenartigen Gebilden und Figuren über dornenumgürteten Herz-Jesu-Medaillons. Ein kleineres Bild im Auszug des Hauptaltars zeigt die Heilige Dreifaltigkeit, den Altar flankieren Dominikus und Katharina von Siena. Die Seitenaltäre sind den Märtyrern St. Veit und St. Sebastian geweiht, deren Glorifizierung dargestellt ist. Im Hintergrund des Veitsaltars sieht man das Martyrium des Heiligen, wo Soldaten ein Feuer unter dem Kessel schüren. Den heiligen Sebastian befreien soeben einige Engel von den vielen Pfeilen, die ihn töten sollten; vor ihm liegt die prunkvolle Rüstung, im Hintergrund eine Stadtlandschaft.



Die drei Barockaltäre galten lange als unbedeutend und zudem als verdorben. Heute will sie niemand missen, obgleich es sicher wichtigere Altäre auch in unserer Gegend gibt. Sie sind ziemlich einheitlich gestaltet: Triumphaltäre, deren große Gemälde den Blick in die Tiefe öffnen, seitlich je gewundene Säulen mit Engelsköpfen an den Basen und über den Kompositkapitellen, geschweifte Auszüge mit vasenartigen Gebilden und Figuren über dornenumgürteten Herz-Jesu-Medaillons. Ein kleineres Bild im Auszug des Hauptaltars zeigt die Heilige Dreifaltigkeit, den Altar flankieren Dominikus und Katharina von Siena. Die Seitenaltäre sind den Märtyrern St. Veit und St. Sebastian geweiht, deren Glorifizierung dargestellt ist. Im Hintergrund des Veitsaltars sieht man das Martyrium des Heiligen, wo Soldaten ein Feuer unter dem Kessel schüren. Den heiligen Sebastian befreien soeben einige Engel von den vielen Pfeilen, die ihn töten sollten; vor ihm liegt die prunkvolle Rüstung, im Hintergrund eine Stadtlandschaft.



Wir beschließen die Beschreibung der Tanauer Kapelle mit dem Hinweis auf die sehr schöne Westempore und die Kanzel. Auf den Tafelbildern der Emporenbrüstung sind die zwölf Apostel alle mit ihren Symbolen gezeichnet und in liebliche Landschaften hineingestellt. Die Bildtafeln sind getrennt durch Lisenen, denen goldene Früchteranken aufgesetzt sind. Noch reicher gestaltet ist die Kanzel samt Treppenaufgang, deren Bildtafeln von korinthischen Säulchen mit ausgesägter Ornamentik gerahmt werden. An der Kanzelbrüstung stehen Christus als Salvator und die vier Evangelisten Johannes mit Kelch und Adler, Lukas mit Stier, Markus mit Löwe und Matthäus mit Engel, an der Kanzeltreppe die großen Kirchenlehrer des Abendlandes Gregorius mit Tiara, Augustinus mit Kind (das mit einem Löffelchen Wasser schöpft), Ambrosius mit Bienenkorb und Hieronymus mit Löwe. Am Schalldeckel erblickt man die Taube des Heiligen Geistes. Der Kanzeldeckel ist achteckig, und über üppigen Fruchtgebilden steht der Auferstehungschristus.

Bei einer abschließenden Würdigung der kleinen Tanauer St.-Anna-Wallfahrtskirche sei festgehalten, welch überraschende und erstaunliche Einblicke ein solch scheinbar bescheidener Bau in die christliche Glaubenslehre gewährt. Seien es Themen aus dem Leben und Leiden Christi, seiner Mitstreiter, Leidensgefährten und Gefolgsleute, seiner Mutter Maria und Annas, denen diese Kirche geweiht ist. Doch auch Gedanken zur Geschichte unserer Landschaft, über Werden und Vergehen menschlichen Handelns sind angebracht.



Literatur/Quellen:

Verfasser: Hans-Wolfgang Bächle
Beschreibung des Oberamts Gmünd, 1870, S. 317 ff.
Die Kunst- und Altertumsdenkmale im Königreich Württemberg, 1907, S. 430-432.
Das Marienkirchlein zu Tanau, Rems-Zeitung 1918, Nr. 197 + 199.
Gmündcr Heimatblätter, 1952, S. 30-31; 1953, S. 38-39; 1956, S. 47-49.
Einhorn 1958, Nr. 27, S. 34-35 (Sankt Anna zu Tanau).
Annafest in Tanau würdig begangen, Gmünder Tagespost 1961, Nr. 172.
Kirchenmalerei aus dem 15. Jh., Gmünder Tagespost 1971, Nr. 262 + 1972/83 und Rems-Zeitung 1971/264.
Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten, 1975.
Kultur und Geschichte im Gmünder Raum, 1982, S. 239-241.



Unser Kirchlein in der Presse

Sonntagsblatt vom 26. August 2007 Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken!



Quelle: Kathol. Sonntagsblatt > Für Zoom aufs Bild klicken!



 
   


Gottesdienstzeiten

Gottesdienst:
jeden 1. Mittwoch eines Monats um 19.00 Uhr

Rosenkranzgebete:
sonntags 13.30 Uhr
dienstags 19.00 Uhr



Das Glockengeläut

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Die heilige Anna

Gedenktag katholisch: 26. Juli

Tag der Entschlafung: 25. Juli
Tag der Empfängnis der Allerheiligsten Gottesmutter: 9. Dezember

Name bedeutet: die Begnadete (hebräisch)

Die heilige Anna ist die Mutter Mariens, also die Großmutter von Jesus Christus. Wir wissen ihren Namen zwar nicht aus der Heiligen Schrift selbst. Aber schon im Jahre 150 war dieser Name bekannt, und zwar wird er im so genannten „Protoevangelium des Jakobus" erwähnt. Die heilige Anna wurde im Osten seit dem 6. Jahrhundert sehr verehrt, zusammen mit ihrem Gemahl, dem heiligen Joachim.

Über das Leben der heiligen Anna ist uns nichts überliefert worden. Doch wenn ihre Tochter Maria dazu ausersehen wurde, die Mutter Gottes zu werden - dann muss sie eine tief religiöse und heilige Frau gewesen sein! Das christliche Volk hat das schon immer gespürt und hat die heilige Anna seit alters herzlich verehrt.

Bei uns in Deutschland wird die heilige Anna besonders als Mutter verehrt. Man stellte sie im Mittelalter gern als ältere Frau dar, die auf ihrem Schoß oder auf ihrem Arm ihre Tochter Maria hat. Und zugleich wird auch das kleine Jesuskind abgebildet. Solche Statuen oder Bilder heißen dann „Die heilige Anna Selbdritt".

Die Darstellung der "Anna selbdritt" - also eine Zusammenfassung von Anna, Maria und dem Jesuskind - war wohl seit Jahrhunderten so beliebt, weil der Gläubige in ihr die drei wichtigsten Personen des Heilsgeschehens verehren und um Hilfe in der Not des Lebens bitten konnte.

Anna und Joachim waren nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jahrhunderts - erstmals im Protevangelium des Jakobus um 150 - die Eltern der Maria und somit die Großeltern von Jesus. Die legendäre Lebensgeschichte ist dem alttestamentlichen Vorbild von Hanna und ihrem Sohn Samuel (1. Samuel 1 - 2) nachgezeichnet: erst nach zwanzigjähriger kinderlose Ehe gebar Anna die Maria. Nach der Legenda Aurea hatte die betagte Anna nach Joachims Tod noch zwei weitere Ehemänner.

Anna und Joachim wurden mit reicher Ausgestaltung in den Legenden schon in frühchristlicher Zeit dargestellt, seit dem 6. Jahrhundert wird Anna als Marias Mutter verehrt. Der Anna-Kult erreichte in Europa im späten Mittelalter seinen Höhepunkt, als 1481 Papst Sixtus IV. den Gedenktag der Anna in den römischen Kalender aufnahm; 1584 bestimmte Papst Gregor XIII. ihren Festtag. Seit 1500 liegen angeblich Reliquien von Anna in Düren, weitere liegen in Wien und anderen Städten. Wallfahrten gab es in Annaberg in Niederösterreich, in Nantes und Anne d'Aury in Frankreich.

Anna ist die Patronin von Florenz, Innsbruck, Neapel, der Bretagne; der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen, Hausangestellten, Witwen, Armen, Arbeiterinnen, Bergleute, Weber, Schneider, Strumpfwirker, Spitzenklöppler, Knechte, Müller, Krämer, Schiffer, Seiler, Tischler, Drechsler, Goldschmiede; der Bergwerke; für eine glückliche Heirat, für Kindersegen und glückliche Geburt, für Wiederauffinden verlorener Sachen und Regen; gegen Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen, Gewitter.



Anna selbdritt Albrecht Dürer (1471 - 1528): Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind. Diese verbreitete Form der Darstellung nennt sich auch "Anna selbdritt" [Metropolitan Museum of Art, New York]

Maria Heimsuchung (Vistatio)

Gedenktag katholisch: 31. Mai
Fest im deutschen Sprachraum: 2. Juli

Gedenktag evangelisch: 2. Juli

Gedenktag anglikanisch: 31. Mai oder 2. Juli


Die Heimsuchung bezeichnet die Begegnung von Maria und Elisabeth, die Lukas in seinem Evangelium (1, 39 - 56) schildert. Das Fest Mariä Heimsuchung stammt ursprünglich aus dem Orient, 1263 führte Bonaventura das Fest im Franziskanerorden am 2. Juli als Oktavtag zum Geburtstag Johannes', des Täufers, ein. 1568 wurde das Fest auf die ganze katholische Kirche ausgedehnt.

Nach dem römischen Kalender wird das Fest seit 1969 am 31. Mai gefeiert; im deutschen Sprachraum ist mit Rücksicht auf die Volksfrömmigkeit der alte Termin 2. Juli beibehalten worden.

Zur Abwehr von Blitzeinschlägen wurden früher an Mariä Heimsuchung Haselzweige an die Fenster gehängt.

Bauernregel:
"Regnet's am Marientage, gibt's zwei Wochen Regenplage!"



Maria besucht Elisabeth von Marx Reichlich (1511), Alte Pinakothek in München

Das "Anna-Lied"

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Heil'ge Anna, du entsprossen - Davids edlem Königshaus, - Freude hast du ausgegossen - In die Welt voll Nacht und Graus, - Morgenröte bess'rer Zeiten, - Die der Menschen Glück bereiten: - Hoffnungsstern im Tränental, - Sei gegrüßt viel tausendmal!
Liebreich trägst du auf den Händen - Das gebenedeite Kind, - Lehrst es Herz und Auge wenden - Zu dem Himmel frommgesinnt; - Lehrst es früh die Händlein falten, - Dankend preisen Gottes Walten, - Der voll Huld herniederschaut - Auf die auserwählte Braut.

Aller Mütter schönster Spiegel, - O gewähr' uns deine Huld! - Drück' uns auf der Tugend Siegel, - Lehr' uns Frömmigkeit, Geduld. - Führ' die vielbedrohte Jugend - Zu Gehorsam, Weisheit, Tugend; - Halte fern des Teufels Lug, -Fern der Erdenlüste Trug.

Heil'ge Mutter Anna, rufe - Deine liebe Tochter an, - Dass sie uns zur Himmelsstufe - führe auf der Pilgerbahn, - Dass sie uns bei ihrem Sohne - Helfe zu der Himmelskrone. -Mutter, ach, verlass uns nicht, - Wenn das Auge sterbend bricht.



Anna-Lied

Mutter Anna könnten wir,
dich nach deiner Würde preisen!
Sieh wir nahen heut uns dir,
um dir Ehre zu erweisen!
Denn du hast die Christenheit
durch Maria hoch erfreut.

Und du hast als hehren Lohn
eine Tochter uns geboren,
die des Vaters ew'ger Sohn
sich zur Mutter auserkoren.
Ahnfrau Christi dir sei Preis,
Davids Sprosse, edles Reis.

Mutter Anna lieb und gut
bist als Mutter uns gegeben!
Nimm uns auf in deine Hut,
führe uns in diesem Leben,
dass die Lieb und Herzenstreu
Eltern, Kinder stets erfreu!



Bauernregeln

„Wenn am Annatag die Ameisen aufwerfen, so soll ein strenger Winter folgen.“

„St. Anna klar und rein / wird bald das Korn geborgen sein.“

„Um St. Ann / fangen die kühlen Morgen an.“

„Ist St. Anna erst vorbei / kommt der Morgen kühl herbei.“



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