Maibaumfreunde Tanau

Die Maibaumfreunde sind eine lose, lockere aber starke Gruppierung, die alljährlich am letzten Tag des Monats April einen "Stecken" aufstellt, und diesen gegen die "Feinde aus den Nachbarorten" bis in den nächsten Tag hinein "mutig und aufopferungsvoll verteidigt".



Das" Maibaum stellen"

Der erste Tag des Wonnemonats Mai steht ganz im Zeichen der Freude über den Einzug des Frühlings: es wird der Maibaum aufgestellt!

Über den Ursprung dieses Brauches ist man sich bis heute nicht einig. Wahrscheinlich geht der grüne Baum auf eine Baum- und Waldverehrung in germanischer Zeit zurück. Man sieht in ihm eine Vergrößerung der Lebensrute, er ist Sinnbild der Fruchtbarkeit und des Segens.

Der eigentliche Maibaum-Brauch ist etwa seit dem 13. Jahrhundert belegt. Das Aufstellen eines entrindeten Maibaums am Dorfplatz entwickelte sich etwa im 16. Jh..

Anders als vor allem in Oberbayern, wo er weiß-blau gestrichen wird, wird er bei uns geschält und naturbelassen aufgestellt. Vor dem Errichten wird der grüne Wipfel mit bunten Bändern behängt und mit Kränzen geschmückt. Viele Orte setzen ihren ganzen Stolz darein, den Maibaum noch mit geschnitzten Figuren und Zunftzeichen der örtlichen Handwerker zu verzieren.

In Tanau gibt es seit 2002 wieder diesen Brauch. Die "Maibaumfreunde Tanau" haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Maibaum-Stellen zu organisieren und mit Hilfe begeisterter Tanauer Bürger das Aufstellen auf traditioneller Weise - nur mit Manneskraft - vorzunehmen. "Manna, packts a - mitanand - hau ruck!" Nach diesem Ruf des Kommandanten erhebt sich der Baum.

Der ernste Gedanke dabei ist das Pflegen eines alten Brauches und das Weiterführen einer Tradition, die leider zunehmend in Vergessenheit gerät. Schließlich heißt Tradition nicht Asche aufbewahren, sondern die Glut am glühen halten.

Dieser Brauch wird außerdem als willkommene Gelegenheit genutzt, die Geselligkeit zu pflegen und zu fördern. Somit ist das Maibaumsetzen heute wieder ein fester Bestandteil im Tanauer Dorfleben.



Maibaum und Brauchtum

Wann wird der Maibaum geschlagen?
Maibäume hat man früher in der Walpurgisnacht geschlagen oft auch erst am Morgen des 1.Mai. Heute geschieht dies natürlich früher, u.a. um sie in Ruhe herzurichten und aufputzen zu können. Deshalb muss man sie in dieser Zeit streng bewachen, denn Maibaumdiebe, die keine Mühe scheuen, gibt es genug.

Herrichten des Maibaumes
Nach ganz altem Brauch genügte der geschälte, unbemalte Stamm mit dem Naturkranz unter dem grünen Gipfel, eventuell umwunden von einer Fichtenzweiggirlande. Heute werden beim Herrichten weder Kosten noch Mühen gescheut. Mit bis zu 250 Euro schlägt ein Baum normalerweise zu Buche, falls er nicht, wie in unserem Fall, von der Gemeinde gestiftet wird. Die hiesigen Maibäume sind in der Regel entrindet.

Höhe des Maibaumes
Beim Maibaum kommt es eigentlich nicht auf eine extreme Höhe des Stammes an. Früher war er vielfach nicht höher als die nur wenige Meter hohen grünen Maibirken, die heute noch vom Fronleichnamstag her bekannt sind. Man sollte bedenken, dass ein 20 bis 30 Meter hoher Baum 60 bis 100 Jahre zum Wachsen benötigt. Unsere Bäume waren bisher in der Regel 27 bis 32 Meter hoch und stammen aus dem Gemeindewald bei der Mooswiese bzw. Burgwald. Sie stellen somit zweifellos ein äußerst würdiges Symbol dar.

Wie muss ein Maibaum beschaffen sein und
was steht hinter dem Brauch des Maibaumaufstellens?
Der Baum sollte möglichst gerade gewachsen sein, denn dies versinnbildlicht Kraft und Gesundheit. Der rindenlose Zustand, den der Baum nach dem Schälen aufweist, ist wichtig, damit sich nach altem Glauben nicht Hexen und böse Geister in Gestalt von Käfern unter der Borke versteckt halten, die Arten des Schälens sind dabei regional verschieden. An der Spitze des Maibaums muss ein grüner Wipfel zu sehen sein, denn nach germanischer Vorstellung wohnten dort die Götter. Fehlt die Krone, gilt deshalb der Baum als "kraftlos". Der Kranz an der Spitze versinnbildlicht das weibliche Element, das von dem männlichen Element, dem Stamm, durchdrungen wird. An der Befruchtung hat bekanntlich das weibliche wie das männliche Element seinen unentbehrlichen Anteil. Die bunten Bänder an den Kränzen üben einen Bindezauber aus. Es wird sozusagen der Segen des Gedeihens angebunden.

Das Maibaumaufstellen
Vielerorts geschieht heute das Aufrichten des Baumes häufig nicht mehr von Hand, sondern mit einem Kran. Maschinenkraft sollte jedoch nach Möglichkeit nicht beim Maibaumaufstellen eingesetzt werden. Ein Drahtseil zur Sicherung ist allerdings durchaus ratsam, denn es kam schon zu schlimmen Unfällen.
Bei uns in Tanau lebt die traditionelle Weise weiter. Unsere Bäume werden "händisch" aufgestellt. Für "händisch" aufgestellte Maibäume braucht es ordentlich "Muskelschmalz", das heißt: enorme Körperkraft. Mit drei bis sechs unterschiedlich hohen „Schwalben" (zwei lange Holzstangen, die an der Spitze mit festen Stricken zangenartig zusammengebunden werden), geht man an die Arbeit. Sie heißen so, weil sie an Scheren oder gegabelte Schwalbenschwänze erinnern.

Der Maibaum als Symbol
Als "Maien" wurde ursprünglich die Birke erkoren, weil diese als erster Baum aus der Winterstarre erwacht. Die Birke gilt daher als Symbol für Kraft und Anmut, Lebenswillen und Trost, Licht und Heiterkeit. Auch die Fichte wird als Maien verwendet. Sie treibt im Mai aus und gilt daher als festliches Symbol für die Ankunft des Lichtes und der Wärme. Wir Tanauer nehmen ebenfalls eine Fichte als Maibaum.
Im ausgehenden 18. Jahrhundert entwickelt sich der Maibaum zum Symbol einer selbstbewussten Dorfgemeinschaft. Im Maibaum fand und findet der Zusammenhalt und auch der Wohlstand eines Dorfes einen sichtbaren Ausdruck.

Woher kommt der Monatsname Mai
Der Monatsname Mai wurde im Deutschen nach dem lateinischen maius gebildet (vgl. mhd. meie, ahd. meio, ital. maggio, frz. mai). Als Namensgeber wird ein altitalischer Gott Maius vermutet, der Beschützer des Wachstums gewesen sein soll. Andere Bezeichnungen: mensis Marie (Italien), Wunnimanoth, Winnemonat, Wonnemond.

Der 1. Mai galt als offizieller Sommerauftakt.



2017: Solidarität und Manpower stemmen den Baum

Mit viel Hauruck ging unser diesjähriger Maibaum am Samstag, 29. April, unter dem Kommando von Ottmar Heßlinger Zentimeter für Zentimeter nach oben, bis er in seiner vollen Länge von 32 Metern in der Senkrechten stand.
Dass Solidarität stark macht, bewies einmal mehr der harte Kern der „Maibaumfreunde Tanau“. Teamwork und vor allem Muskelkraft waren gefragt, als sie den Baum nach alter Tradition von Hand und nur mit Hilfe von langen Stangen, den sogenannten Schwalben, in die Höhe stemmten.
Nach dieser Höchstleistung trafen sich die fleißigen Helfer zum geselligen Beisammensein am Grillfeuer.





Remszeitung vom 2. Mai 2017



Hau-ruck, der Maibaum 2016 steht

Traditionell mit vereinter Manneskraft stellten wir "Tanauer Maibaumfreunde" auch dieses Jahr wieder unseren „Maien“ auf. Unter dem Kommando von Ottmar Heßlinger und kräftig zupackenden Händen brachten alle gemeinsam mit Hilfe von sogenannten Schwalben den Maibaum ins Lot. Ein feucht-fröhlicher Ausklang belohnte die vielen Helfer, auf dass der Baum Wind und Wetter trotzen möge.





Tanauer stellen 2015 ihren Maibaum „in den Senkel“

Mit vereinten Kräften: Alle zupackenden Hände von Tanau wurden gebraucht, um nach alter Väter Sitte den Maibaum am letzten Tag des Aprils in die Senkrechte zu hieven. Mit zusammengebundenen Stangen, sogenannte Schwalben, wurde der 32 Meter lange Baum aufgerichtet. Die Tanauer „Maibaumfreunde“ pflegen die Tradition des Maibaum-Aufstellens seit dem Jahr 2002. Dabei legen sie immer großen Wert darauf, diesen von Hand aufzustellen. Mit reiner Muskelkraft stemmten die Männer im Kampf gegen die Schwerkraft - und dem teils stürmischen Westwind - den geschmückten Holzgiganten in die Höhe. Unter der Regie des erfahrenen Kommandogebers Ottmar schafften sie, gut koordiniert, den Maibaum Stück für Stück in die senkrechte Lage. Zum Abschluss wurde er mit kräftigen Keilen fest im Erdloch verankert. Ein feucht-fröhlicher Ausklang war die Belohnung für alle Helfer und Akteure.





31 Meter Maibaum - Der Jahrgang 2014

Der letzte Apriltag hatte es in sich. Ein chaotisches Wetter mit Regen, Sturm und Hagel machte es uns pünktlich zum Aufstelltermin schwer "standhaft" zu bleiben. Gottseidank hatte Petrus aber Einsehen mit uns und stellte den "Unwetterreigen" wieder ein. Etwas verspätet, aber mit starker Manneskraft standen die 31 Meter Fichtenbaum dann doch relativ schnell und schmückt nun einen ganzen Monat die Tanauer Ortsansicht...





Unser Moia Ausgabe 2013: 29 Meter!



Der Tanauer Maibaum Jahrgang 2012



Herrliches Frühsommerwetter sorgte einmal mehr für ein gelungenes Event. Viele Helfer und Schaulustige fanden sich am Maibaum ein, um die kräftigen Mannen des Dorfes mit einem gemeinsamen "Hau-ruck" lautstark beim Aufrichten des Baumes zu unterstützen.



Unser Maibaum 2011...

...war wieder einmal ein stattlicher Bursche!



2010 - Die Sonne hatte nur kurz gelacht...



Der Tanauer Maibaum - Ausgabe 2009



2008 - dem widrigen Wetter zum Trotz!



Dr Danamr Moia 2007...

Mein Freund der Baum - er fiel im frühen Morgenrot ...so hieß es im Durlanger Teilort Tanau am 1. Maifeiertag. Feiertagslaune hatten an diesem Tag wahrscheinlich jedoch nur die dilettantischen jungen Burschen, die am Tanauer Maibaum Hand anlegten und ihn zu Fall brachten. Auch in diesem Jahr hatten die Bürger der kleinen Ortschaft Gemeinschaftssinn bewiesen und einer alten Tradition folgend einen Maibaum aufgestellt. Nur mit Manneskraft stellten sie am Montagabend den stattlichen Riesen gemeinsam in die Höhe. Das ganze Dorf war auf den Beinen und hatte dazu beigetragen, dass gemäß diesem alten Brauch heuer wieder ein mächtiger Maibaum einen Monat lang den Ort ziert. Kein einziger Maibaumfreund hatte aber daran gedacht, dass es düstere Gesellen gibt, denen dieses Werk ein Dorn im Auge ist und die ihrer Zerstörungswut freien Lauf lassen wollen. Oder sägten diese nur aus einer Bierlaune heraus am frühen Dienstagmorgen den Maibaum um? Eines ist allerdings sicher: dieser Halunkenstreich hätte böse enden können. Denn beim Umsägen ging wohl nicht alles so fachmännisch zu, sonst hätten sie den riesigen Baum nicht über der vielbefahrenen Kreisstraße zum Liegen gebracht.



..nur von kurzer Freude!

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Der Maibaum 2006

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2005 mit "Maien-Bier"...

Als Gag gedacht, aber wohl eines der Highlights beim Maibaum-Stellen am 30. April, sind die eigens für diese Aktion gebrauten Biere "Tanauer Maien" und "Fleck-OXX".
Diese limitierte Sondereditionen wurden und sachkundiger Aufsicht und nach einem strengst-geheimen Spezialrezept von unzähligen "Braumeistern" in schwerster Handarbeit und unter äußerst strenger Einhaltung des Tanauer Reinheitsgebotes von 2005 naturtrüb gebraut und in Bügelflaschen abgefüllt.





...an einem heißen Frühlingstag!

Es ist wieder soweit. Unser Maibaum wird von fleißigen Damenhänden geschmückt und die Girlande angebracht.
Unterdessen bereitet unser Roland Brenner die Schwalben zum "Liften" des Baumes vor.
Fast das ganze Dorf war dieses Jahr zugegen, als unter dem Kommando von Ottmar Heßlinger der Baum langsam in die Höhe gearbeitet wurde.
Nach dieser Höchstleistung war Stärkung angesagt. Bei Wurst-Wecken, Kartoffelsuppe und dem Eigengebräu "Tanauer Maien" war die gute Stimmung kaum noch zu toppen.
Natürlich war dies auch für die Tanauer Jugend ein einzigartiges Schauspiel,... ...bei dem jeder auf seine Weise mit Freude dabei war.


...und auch die Presse berichtete:

Rems-Zeitung vom 04.05.2005



Maibaum 2004

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Fleißige Frauenhände... ...schmücken den diesjährigen Baum... ...während die Mannen die Apres-Aufstell-Party vorbereiten.
Mit Manneskraft und unter dem Kommando des Tanauer "Stecken-Meisters" wird der Maibaum auf traditionelle Weise am bewährten Platz aufgerichtet.


Maibaum 2003

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Die Girlanden und Schleifen werden befestigt... ...die "Schwalben" zum Aufrichten des Baumes von fachmännischen Händen gebunden. Jetzt ist der Baum bereits im Boden platziert.
Mit vereinter Tanauer Manneskraft... ...unter fachkundiger Anleitung... ...wird der Maibaum Stück für Stück nach oben gehievt.
 
Der Maibaum steht - die Bänder wehen fröhlich im Wind! ...und der Baumwächter Felix flirtet schon mit einer Besucherin.  


Maibaum 2002 - nach vielen Jahren endich liwieder!

. Unter Mithilfe zahlreicher Tanauer Bürger wurde nach vielen Jahren wieder ein eigeneer Tanauer Maibaum ganz auf traditionelle Weise aufgerichtet.



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